Um der Trauer einen Ausdruck zu geben, greifen die meisten Menschen und Hinterbliebenen auf gewisse „Trauerrituale“ zurück. So wird Abschied vom geliebten Menschen genommen, Erinnerungen werden verarbeitet und der Schmerz dadurch etwas gelindert. In München sowie in vielen anderen Städten gibt es sogar sogenannte „Trauerbegleiter“, diese helfen bei der Verarbeitung des Verlustes und unterstützen die Hinterbliebenen.

Was sind Trauerrituale und deren Funktion

Mit dem Begriff Trauerrituale sind eine Vielzahl unterschiedlicher Bräuche, Vorgehensweisen oder Handlungen gemeint. Diese sollen nach dem Tod eines geliebten Menschen in erster Linie Trost spenden und die Erinnerungen an den Verstorbenen wachhalten.
Einige Menschen bevorzugen, dass diese „Rituale“ öffentlich vollzogen werden, andere wiederum benötigen dafür Stille.
Trauerrituale sind Teil der Kultur und aus diesem Grund auch sehr von der jeweiligen Religion beeinflusst. Die Rituale unterscheiden sich deshalb von Land zu Land sehr, weltweit gesehen werden diese dementsprechend unterschiedlich praktiziert.

In erster Linie dienen Trauerrituale den Hinterbliebenen, um die schwere Zeit nach dem Tod eines geliebten Menschen besser zu verkraften und zu verarbeiten.
Darüber hinaus können diese Rituale aber auch dabei helfen, dass die Erinnerungen an den verstorbenen Menschen, dauerhaft wachgehalten werden.
Mit dieser Art der Trauerbewältigung, wird zudem der soziale Status des Trauernden gefestigt.
Ein Trauerritual hilft den Angehörigen den Verlust besser zu realisieren, es wird dadurch besser verstanden, dass der geliebte Mensch nun verstorben ist, ein erster wichtiger Schritt der Trauerarbeit.

Während der Trauerbewältigung können sich Trauernde mit festen Ritualen einen sicheren Rahmen schaffen. Es gehört dazu, dass Gefühle ausgedrückt werden, dafür ist es wichtig den Schmerz zuzulassen.
Am besten ist es deshalb alte und bekannte Handlungen zu wiederholen und durch diese während der Trauerphase Halt zu bekommen.
Ebenso ist die Erinnerung ein wichtiger Faktor bei der Trauerbewältigung. Im Herzen werden geliebte Menschen immer weiterleben, der Verlust wird die Hinterbliebenen ein Leben lang begleiten.
Werden Rituale gemeinsam vollzogen, so sorgen Trauernde dafür, dass der Verstorbene auch in Erinnerung bleibt.

Manche Außenstehende können es nicht nachvollziehen, wenn der Trauernde seinen Gefühlen in der Öffentlichkeit freien Lauf lässt.
Dieser Ausdruck von Gefühlen ist eine sozial akzeptierte Form in der Trauerphase, es spricht nichts dagegen dies in gesellschaftlicher Umgebung zu zeigen.
Der Vollzug von Trauerritualen stellt unter Beweis, dass sie angemessene Empfindungen in dieser Situation zeigen.
Die Menschen um sie herum werden ihnen Achtung entgegenbringen und sie im besten Fall in der Trauerphase unterstützen.

Welche Trauerrituale am häufigsten angewendet werden

Die meisten Rituale werden bereits im Rahmen der Beerdigung und bei der anschließenden Trauerfeier vollzogen.
Doch über den längeren Zeitraum gesehen, werden bestimmte Trauerrituale auch gerne zu gewissen Jahres- oder Gedenktagen durchgeführt.
In den meisten Fällen werden spezielle Tage des Verstorbenen wie sein Geburtstag, der Todes- oder Hochzeitstag, als Gedenktag festgelegt.

Zu den Trauerritualen bzw. zur Trauerbewältigung gehören auch verschiedene Vorbereitungen. So kann auf Wunsch der Verstorbene gewaschen und für die Trauerfeier angekleidet werden.
Dies wird in der Regel vom Bestatter übernommen, jedoch können Sie das nach Absprache auch selbst übernehmen.
Die Aufbahrung und Totenwache dauert 36 Stunden nach dem Tod des Verstorbenen, während dieser Zeit dürfen Verstorbene zuhause aufgebahrt werden.
Alle Hinterbliebenen haben die Gelegenheit in dieser Zeit Abschied zu nehmen, es ist möglich das Abschiedsritual frei zu gestalten. Um die Trauer in diesen Stunden besser zu verarbeiten, kann dabei miteinander gebetet, gesungen, oder einfach nur gesprochen werden.

Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit den Sarg oder die Urne des Verstorbenen selbst zu bemalen.
Ihr Trauerbegleiter in München und in vielen anderen Regionen, kann ihnen dabei helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Zudem gibt es auch viele Rituale die während der Trauerfeier vollzogen werden.
Eine Beerdigung mit Trauerfeier ist in den westlichen und christlichen Ländern das am häufigsten angewandte Ritual.
Während der Trauerfeier gibt es wiederum kleine Rituale, mit denen vom geliebten Menschen Abschied genommen wird.
Der Abschied am offenen Sarg ist eines davon, es ist bei jedem Todesfall möglich. Der Verstorbene wird dabei vom Bestatter für die Trauerfeier vorbereitet.
Im Falle dass der Verstorbene von Krankheiten oder Unfällen entstellt wurde, kommt ein sogenannter Thanatopraktiker zum Einsatz und kümmert sich um das Äußere des Verstorbenen.

Die Trauerrede ist ebenso ein wichtiges und meist zentrales Element der Trauerfeier. In einer Trauerrede wird auf das Leben und Wirken des Verstorbenen zurückgeblickt. Die Hinterbliebenen können dadurch ihre Liebe bekräftigen und es wird zugleich ein Band zu den anwesenden Trauergästen geknüpft.
Dies stellt Verbundenheit her und die geteilten Erinnerungen wirken auf alle Trauernden tröstlich.
Eine Trauermusik als Begleitung während des Begräbnis ist heute ebenso ein sehr häufiges Ritual. Es können auch Lieblingslieder des Verstorbenen gespielt werden und diese wecken Erinnerungen und rufen gemeinsame Erlebnisse ins Gedächtnis.
Das symbolische Erde oder Blütenblätter in die Grube werfen hilft dabei, die endgültige Verabschiedung zu erleichtern bzw. einen zärtlichen Abschiedsgruß zu hinterlassen.

Zum Schluss der gesamten Zeremonie steht dann meist der Leichenschmaus an. Dieses Ritual ist auch unter dem Begriff „Trauerkaffee“ oder „Beerdigungskaffee“ bekannt. Hier kommt die Trauergesellschaft noch einmal nach der Beerdigung zusammen und kann gemeinsam in Gesprächen das Geschehene verarbeiten.
Symbolisch gesehen steht der Leichenschmaus dafür, den Hinterbliebenen zu vermitteln dass das Leben trotz des Verlustes weitergeht.
Hier wird den Trauernden das Gefühl gegeben, dass sie in der schweren Zeit nach dem Tod nicht alleine sind.

Verschiedene Wege und Trauerrituale an Gedenktagen

An Jahrestagen wie den Geburtstag oder Hochzeitstag des Verstorbenen, erinnern sich Trauernde meist besonders an den Tod des geliebten Menschen.
Deswegen werden an diesen Tagen besonders häufig Trauerrituale begangen.
Zu den beliebtesten Ritualen gehört:

  • In der Kirche für den geliebten Menschen beten, mit Freunden, Angehörigen oder auch alleine
  • Kerzen am Friedhof, an der Grabstätte, Zuhause, oder am Hausaltar vor einem Bild des geliebten Menschen entzünden
  • Einige Luftballons mit Briefen an den Verstorbenen in den Himmel steigen lassen
  • Das Lieblingsessen des Verstorbenen kochen und mit Freunden oder alleine zu sich nehmen
  • Orte wie das Lieblingsrestaurant, des ersten Dates oder der Hochzeitsreise besuchen

Bedeutsam können für die Angehörigen und Hinterbliebenen auch gewisse Symbole sein, um alles besser zu verarbeiten.
So stellen Angehörige oft Kreuze an der Unfallstelle nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf. Hierfür gibt es eigene Kreuze die sich Sterbekreuze oder Unfallkreuze nennen.
Zusätzlich sind diese Orte sehr oft mit Blumen und Erinnerungsfotos geschmückt, zugleich werden andere an solchen Orten vor der Gefahr eines weiteren Unfalls gewarnt.
Dieser Platz ein wichtiger Anlaufpunkt und Ort der Trauer für die Hinterbliebenen.

In der modernen Welt des Internet, gibt es mittlerweile die Möglichkeit eine eigene Webseite oder Gedenkseite für den Verstorbenen einzurichten.
Das sind sozusagen „virtuelle Friedhöfe“ an denen Hinterbliebene Fotos und Informationen über den Verstorbenen und zu seinem Leben teilen können.
Auf solchen Seiten besteht die Möglichkeit Kondolenzen zu hinterlassen, oder virtuelle Kerzen für den Verstorbenen zu entzünden.

Neben den Erwachsenen kann es auch für Kinder wichtig sein, Abschied von Verstorbenen zu nehmen und das Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen.
Es ist deshalb ratsam Kinder nicht immer von Trauerfeiern bzw. Ritualen auszuschließen. Wichtig dabei ist, Kinder nicht alleine zu lassen und ihnen genau zu erklären, was eine Trauerfeier bedeutet und warum diese geschieht.
Sollten Sie merken dass Kinder damit überfordert sind, so sollten diese jederzeit die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen.

Eine große Bedeutung haben für die Hinterbliebenen sehr oft Erinnerungsstücke. Hierbei handelt es sich um persönliche Andenken, sie spielen bei vielen Trauerfeiern und auch in der Zeit danach eine wichtige Rolle.
Solche Erinnerungsstücke werden an einem sicheren Ort aufbewahrt und haben einen ganz speziellen Platz zuhause.
An Gedenktagen können diese dann hervorgeholt und betrachtet werden, ein Erinnerungsstück kann ein Kleidungsstück, ein Spielzeug, eine Uhr und noch vieles mehr sein.
Jeder Mensch hat zu Lebzeiten meist irgendein Lieblingsstück, das kann als Erinnerungsstück nach dem Tod für die Hinterbliebenen gelten.
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, sich ein ganz persönliches und eigenes Erinnerungsstück anfertigen zu lassen. Zu sehr beliebten Andenken gehören zum Beispiel Haarlocken des Verstorbenen, diese können in einem Anhänger immer um den Hals mitgeführt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Anfertigung einer Totenmaske, mit dieser ist es möglich, ein naturgetreues Abbild vom Gesicht des geliebten Menschen zu erhalten.

Auch die Asche des Verstorbenen kann bei der Diamantbestattung dazu verwendet werden, einen künstlichen Diamanten in Ringform herzustellen.
Das fertige Schmuckstück kann am Körper getragen, oder einfach zuhause aufbewahrt werden.
In den vergangenen Jahren wurden die sogenannten „Tree of Life Bestattungen“ immer beliebter. Die Asche des Verstorbenen wird über die Wurzeln eines jungen Baumes aufgenommen, es wächst ein persönlicher Erinnerungsbaum heran.
Dieser kann selbstverständlich auch im eigenen Garten verpflanzt werden und so entsteht ein persönliches Erinnerungsstück das bei der Trauerbewältigung helfen kann.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch sehr viele andere Erinnerungsstücke. Es gibt also sehr viele Möglichkeiten die bei der Trauerbewältigung unterstützend und helfend sein können.
So kann die Asche des Verstorbenen sogar in Schallplatten oder in wunderschönen Glasschmuckstücken verarbeitet werden.
Hierzu gibt es eigene Ratgeber und Beratungsstellen die Sie über die vielen Möglichkeiten aufklären.

Die richtigen Wörter für schriftliche oder mündliche Kondolenzen finden

Manche Menschen sind sich etwas unsicher wenn sie ihr Beileid gegenüber den Hinterbliebenen aussprechen müssen. Sie wissen oft nicht, welche Worte am angebrachtesten sind und wie sie das Beileid am besten ausdrücken.
Eigentlich ist es gar nicht so schwierig die richtigen Worte zu finden und in den meisten Fällen wiederholen sich die Beileidsbekundungen sogar.
Einige Beispiele und Wege um die Trauer mit Worten richtig auszudrücken, möchten wir hier geben:

  • „Ich bedaure deinen Verlust zutiefst und möchte dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen“
  • „Tief berührt möchte ich dir mein Beleid ausdrücken“
  • „Mein Mitgefühl gehört dir und deinen Lieben“

Es bedarf nicht immer vielen Worten um das Mitgefühl auszudrücken. Der Spruch „Lange Rede – kurzer Sinn“ trifft auch bei Beileidsbekundungen zu.
Um die Anteilnahme und das Mitgefühl auszudrücken, sollten Sie sich speziell in dieser traurigen Situation eher kurz halten. Bei einer Trauerfeier sind oft viele Angehörige, Freunde und Bekannte anwesend, würde nun jeder zur betroffenen Person hingehen und eine lange Mitleidsbekundung aussprechen, so wäre das in den meisten Fällen sehr mühsam für diese Person.

Ein Trauerbegleiter hilft in allen Belangen

Alle Menschen wissen dass zum Leben auch der Tod gehört. Dennoch ist der Tod eine geliebten Menschen immer wieder eine Tatsache die mit Fassungslosigkeit einher geht.
Der Tod greift somit in das Leben der Hinterbliebenen ein und hinterlässt eine große Lücke. In München und vielen anderen Städten gibt es Trauerbegleiter, die ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen.
Diese ermutigen Sie sich auf einen individuellen Trauerweg einzulassen, sie bieten ihnen ihre einfühlsame Begleitung und Unterstützung an.
Zum Angebot gehört die telefonische Beratung, eine individuelle persönliche Trauerberatung- und Begleitung, sowie geschlossene Trauergruppen.

Darüber hinaus wird von Trauerbegleitern meist auch ein spezielles Angebot der Kindertrauer angeboten. Wie bereits zuvor erwähnt brauchen Kinder oft eine andere und speziellere Form der Begleitung. Oft wissen Hinterbliebene nicht genau wie sie auf Fragen der Kinder eingehen sollen. Wie ein Kind sein Mitgefühl am besten zum Ausdruck bringen kann, wird von Trauerbegleitern kindheitsgerecht vermittelt.
All das kann bei einer Trauerbegleitung den Hinterbliebenen optimal vermittelt und näher gebracht werden.

Es gibt viele Wege um sich auszudrücken

Eine Trauerbegleitung wird vor allem denjenigen Menschen ans Herz gelegt, die den Verlust eines Menschen nur sehr schwer ertragen und verarbeiten können.
Zusammen lässt sich die Trauerphase besser überwinden als alleine, für viele ist es deshalb wichtig einen vertrauten Ansprechpartner oder sogar mehrere um sich zu haben.
Es gibt natürlich auch Menschen die es während dieser Zeit lieber ruhig um sich haben und am besten alles alleine bewältigen.

Erfahrungsgemäß ist es aber so, dass Menschen nach der anfänglichen Trauerzeit, gerne wieder vertraute Menschen um sich haben und mit diesen über Erinnerungen reden.
Sozusagen gibt es auch wieder ein „Leben nach dem Tod“ und die meisten Menschen haben interessante Aufgaben in ihren Leben, denen sie nach der Trauerphase wieder nachgehen müssen.

Eine gewisse Stärke wirkt sich zudem auch positiv im Zusammenhang mit Kindern aus, es ist sehr wichtig für Kinder nach dem Verlust eines geliebten Menschen da zu sein.
Sie sollten immer ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Kinder in Bezug auf den Tod eines wichtigen und geliebten Menschen haben.

Es ist deshalb wichtig darüber zu reden und nichts zu verdrängen, eine Trauerbegleitung und der Zusammenhalt von Verwandten und Bekannten kann dabei sehr helfen und unterstützend sein.

Finden Sie ihren persönlichen Weg um die Trauer auszudrücken und teilen Sie sich den Menschen mit, die für Sie da sind und die ihnen dabei helfen!